- 23. Dezember 2011 -
Sogar Yetis läuft das Wasser um Mund zusammen, wenn sie im Winter um die Häuser in den Bergen des Himalaya ziehen, auf der Suche nach dem süßen, leicht berauschenden Tongba – zumindest der Legende nach.
Tongba ist ein auf Hirse basiertes alkoholisches Getränk, Tradition der Einheimischen Kiranti im Osten Nepals, sowie anderer ethnischer Gruppen in den Bergregionen von Tibet, Bhutan und der Indischen Regionen von Darjeeling und Sikkim. Für die Limbu Menschen der Kiranti ist es viel mehr als nur ein selbst hergestelltes Getränk. Dort symbolisiert es “Izzat”, Respekt; Tongba in einem Limbu Haus angeboten zu bekommen, bedeutet, die Gastgeber bringen dem Gast höchsten Respekt entgegen.
Hirse wird seit der auf Landwirtschaft basierenden frühsten Zivilisation als das wichtigste Getreide in der Limbu-Gemeinschaft angesehen, der Name für Hirse “Mangtak” bedeutet übersetzt ‘Gottes Speise’. Tongba hat große kulturelle und religiöse Bedeutung, in allen Kirati und Limbu Ritualen und Zeremonien von Geburt bis Todesfall spielt Tongba eine Rolle.
Zur Zubereitung von Tongba wird die Hirse wird geschält, gekocht und, wenn erkaltet, eine Hefekultur hinzugefügt. Nach einer Ruhezeit von mehreren Tagen wird die Masse in großen Bambus-Behältern bis zu einem Monat fermentiert. Diese Mischung wird in der Kultur der Tibeter, Sherpa, Lepcha und Rai auch als Grundlage für ‘Chang’ verwendet.
Serviert wird Tongba, nachdem die Grundmasse mit kochendem Wasser aufgefüllt wurde, traditionell in Bambus Behältern mit speziell präparierten Bambus-Strohhalmen; heute vermehrt auch aus Aluminium-Gefäßen. Kochendes Wasser wird wiederholt nachgefüllt, die Mischung gibt auch nach drei- oder viermaligem Auffüllen noch ausreichend Geschmack ab.
Tongba ist ein sehr beliebtes Getränk im kalten Himalaya-Winter und hat seinen Weg schon längst in das, eher von der Newar-Kultur geprägte, Kathmandu-Tal und die Bars und Restaurants im touristischen Thamel gefunden.